Nietzsche

Es ist dunkel. Gott steht vor mir. Was habe ich getan? Ich höre nur ein schweres, flüssiges Röcheln. Ich blicke auf das lange, breite Fleischermesser in meiner Hand. War ich das? Ich muß es gewesen sein, denn sonst ist Niemand hier.
Blut tropft von der Spitze der Klinge auf den Boden. Ich wende Gott den Rücken zu, der auf die Knie geht, und sich an den Hals greift.
„Das wars wohl, Gott.“ flüstere ich mir zu.

Ich gehe weiter von ihm weg. Das Licht geht an. Die Bühne ist von gleißendem Licht erfüllt.
Tosender Applaus umgibt mich trotzdem. Ich kann hören, wie Gott auf die Bühne aufklatscht.
Gott ist tot, und ich habe ihn getötet.

Ich schaue in die Menge. Sehe Leute in vereinzelten Gruppen, manche haben einen großen Mann mit Rauschebart neben sich sitzen.

Auf einmal eine Stimme. Ein Mann mit einem Riesenschnauzer spricht in ein Mikro.
„Danke an Sebastian für die beeindruckende Vorstellung!“
Plötzlich – die Hymne ertönt.
„Die Maschine, die Maschine, die hat immer Recht!“

Ich gehe ab. Lege mein Messer in einen Korb neben der Bühne. Ich lächele.
Danke, Gott.

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