Kritik am Girls‘ Day – was sollen die Jungs machen?

Girls‘ Day war heute, und die meisten Jungs mussten an dem Tag normal zu Schule gehen, und wahrscheinlich über ihre böse diskriminierende Männerrolle nachdenken, während Mädchen in die Betriebe gegangen sind.

Ein Vorschlag dazu, wozu Jungs am „Girls‘ Day“ überhaupt noch gut sein können, zeigt der „Väteraufbruch für Kinder“ e.V., kurz VafK. Sie wollen mit den Jungs über ihre Diskriminierung reden:

Deshalb haben wir uns für den Girl’s Day 2006 Folgendes ausgedacht:
Wenn die Mädchen an diesem besonderen Tag vom Schulunterricht freigestellt werden,
um in sog. „Männerberufe“ hineinzuschnuppern, gehen Väter und Männer vom
VafK Augsburg/Schwaben in die Schulen, um den Jungs das wesentliche ihrer Zukunft
zu erklären.

(…)

Themenauswahl (Details siehe Anhang):
1. Männergesundheit
2. Bildungs- und Jugendpolitik
3. Arbeitslosigkeit/Berufsleben
4. PAS (Parental-Alienation Syndrom – Eltern-Kind-Entfremdung)
5. Scheidung/Trennung/Umgangs- und Sorgerecht/Unterhalt
6. Häusliche Gewalt
7. Missbrauch mit dem sexuellen Missbrauch
8. Private Vaterschaftstests (Gendiagnostikgesetz)
9. Abtreibungen
10. Wehrpflicht
11. Gleichberechtigung (Gender Mainstreaming/Frauenpolitik)
12. Sonstiges

Quelle: Väteraufbruch für Kinder – Kreisverein Augsburg/Schwaben (PDF)

Ich habe auf jeden Fall den Artikel „Girls‘ Day“ bei wikipedia um den Punkt „Kritik am Girls‘ Day“ erweitert. Zeit wirds ja.

Update:
Eines habe ich ja noch vergessen: Für Jungs gibt es ja jetzt „Neue Wege für Jungs“. Dass das aber nur eine Nullnummer ist, zeigt sich bei näherem Hinsehen:

Im Gegensatz zu den Integrationshilfen für Frauen ist die Politik bei der Integration von Männern in den Erziehungsbereich nicht über das Stadium der bloßen Versprechungen hinaus gekommen.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es jetzt, nachdem jahrzehntelang nichts für Jungen getan wurde, ein Miniprojekt „Ne ue Wege für Jungs www.neue-wege-fuer-jungs.de“ gibt. Dass dieses auf Druck von Bürgern zustande gekommene Projekt, mit 1,5 Planstellen installiert bei dem Ersatzpilotprogramm „Frauen geben Technik neue Impulse“(!!!), erst kurz vor der Wahl 2005 initiiert wurde und ohnehin nur bis
2007 befristet ist, ist sicher kein Zufall.

Quelle: Väteraufbruch für Kinder – Kreisverein Augsburg/Schwaben (PDF)

Und ein ganz besonderer Gag: geht man auf die Webseite, so erwartet den ideologisch frisch herbeiemanzipierten Jungen folgendes:

Die Auswahl der Angebote für Jungen parallel zu den Aktionen am diesjährigen Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag ist beachtlich.

Wie jetzt? Ein Mädchentag, an dem auch die Jungs gnädigerweise mitspielen dürfen?
Und weiter:

Aktuelles
26.04.2006 › Girls’Day auf der HANNOVER MESSE INDUSTRIE

Yes!
Vom Girls‘ Day fühlt sich der „Boy“ von heute bestimmt total angesprochen.
Ein blanker Hohn. Man tut nur so, als würde man Jungen nicht mehr diskriminieren wollen. In Wirklichkeit ändert sich gar nichts.

10 Gedanken zu „Kritik am Girls‘ Day – was sollen die Jungs machen?“

  1. Finde ich gut und auch notwendig. Denn auch in vielen Frauenberufen ist es unüblich Männer das Zepter schwingen zu lassen, wie in Kindergärten oder anderen Berufen. Es wird Zeit, dass wir uns nicht mehr über das Geschlecht, die Hautfarbe oder die Sexualität bestimmen sondern vielmehr über unsere eigene Leistung(sbereitschaft).

  2. Ich habs gestern am eigenem Leib erfahren. 30 Mädels, die eigentlich nur froh waren mal den Unterricht zu entkommen, ansonsten hat diese weder der Beruf noch der Berufsfindungstag sonderlich interessiert.

  3. Wenn die Links Dich stören, dann bitte Comment löschen bester Netreaper. Für alle die sich zu diesem Thema weiter informieren möchten hier ein paar Links:

    http://www.vafk.de , http://www.pappa.com . Und hier http://www.papa-ralf.de berichted ein weiterer trauriger Einzelfall der deutschen Scheidungsindustrie sein Schicksal. Man(n) fühlt sich in Deutschland immer mehr in die Rolle eines Michael Kohlhaas gedrängt. Man kann nur hoffen, dass sich viele junge Männer informieren, bevor sie zum Zahlsklaven ohne Rechte am eigenen Kind mutieren. Die anderen, die das jetzt gelesen haben, können zumindest nicht behaupten, sie seien nicht gewarnt worden.

  4. Mein Leserbrief dazu, der die Kritik am Girls Day beinhaltet, wurde am Samstag auf dem zweitbesten Platz gesendet. Ich hab mein obiges Statement ausgeschmückt. Die Saarbrücker Zeitung sieht dies wohl auch so….

  5. Ihr Abschnitt bei der Wikipedia wurde offensichtlich entfernt. Ich habe diesen an die Bedingungen angepasst und wiederhergestellt.

  6. @Stefan

    In der Hinsicht ist Wikipedia sowieso ein Thema für sich. Der Artikel „Maskulismus“ (analog zum Feminismus) wurde schon mehrfach komplett gelöscht von den Administratoren. Die Löschpolitik bei wikipedia ist zum Schreien. Daher spende ich dahin auch nicht mehr.

  7. Guten Tag!

    Bei der Editierung von Artikeln auf den Seiten der Wikipedia muss man sich an bestimmte Richtlinien halten. Die Löschkriterien, zum Thema „Maskulismus“ kann ich nicht bewerten, offensichtlich hat der Artikel nicht den Mindestanforderungen auf http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:ART genügt. Löschungen werden von mehreren Benutzern zunächst bewertet, auch ein Administrator kann sich nicht über die Mehrheitsentscheidung hinweg setzen.

    Der ursprüngliche Eintrag auf der Seite über den „Girls Day“ war teilweise zu subjektiv formuliert, so dass er von einem Benutzer damals entfernt wurde. Ich habe das entsprechend korrigiert. Der Absatz wird nun auch dauerhaft in der Wikipedia verbleiben.

    Ich denke das ist in unserem Sinne, zumal der „Girls Day“ mit Recht kritisiert wird. 😉

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