Das älteste blog der Welt ist gefunden

Ein wenig überrascht war ich schon, als ich den ältesten Eintrag im ältesten blog der Welt fand. Zu der Zeit, als das Posting getätitgt wurde, war das WWW eigentlich noch nicht bebildert, und es gab noch zwei deutsche Staaten, die Mauer war noch nicht sehr lange gefallen.

Um so überraschender der Inhalt des ältesten Eintrags im ältesten blog der Welt:
Es ging um eine Prognose der deutschen Flüghäfen im Jahre 2005.

Damit steht fest:
Weblogs sind eine deutsche Erfindung.

Dass am deutschen, und nur am deutschen Wesen die Welt genesen soll, war mir ja schon lange klar.

P.S.: Für diese archäologische Glanzleistung erwarte ich natürlich die üblichen Lobpreisungen, Huldigungen, Geldgeschenke, Nobelpreise, etc. etc.

Weises & Wahres 26.09.05


Zitat #18363

By webmaster@german-bash.org

26.09.2005, 13:03:50 – ICQ
[Dodo] Ich hab auf mein eines Top folgendes geschrieben: „Niemand hat mich gefragt ob ich Leben will, also sag du mir nich, wie ich leben soll. Denn das ist mein Leben.“
[Dodo] Und jez kommt des aus der Wäsche und hintendrauf steht von meinen Eltern: „Aus Liebe ist Dein Leben entstanden und Liebe ist was Dich begleiten soll. Was wir Dir geben ist ein guter Rat, keine Vorschrift wie Du Dein Leben leben sollst.“
[Stappert] ATOMROFL

[via german-bash.org]

„Oh, dann muß ich wohl ein Antisemit sein.“

Wenn man in einem freien Land auf diesem Planeten auf die Menschen zugeht, und sie fragt, was denn ein Antisemit sei, so erhält man vielleicht die Antwort, es handele sich dabei um einen Menschen der Juden diskriminiert, sie hasst, oder sogar verfolgt.
Leider leben wir in Deutschland in diesem Sinne leider in keinem freien Land. Bei uns gilt bereits Jemand als Antisemit, der den mehrheitlich jüdisch geprägten Staat argumentativ kritisiert, oder der Witze über Juden erzählt. Oh, und natürlich gelten Diejenigen als Antisemiten, die das selbstauferlegte „no critics“ Dogma in Frage stellen. So wie ich.

Kritik am Staate Israel

Wir Deutschen, quasi als „Erben einer Schuld“, hatte schon von jeher aus ganz logischen Gründen eine außergewöhnliche Bindung an den Staat Israel. Wäre ein „Judenstaat“ (in dem 20% der Bewohner keine Juden sind) im Dritten Reich noch der pure Albtraum der deutschen Diktatur gewesen, verkehrte es sich logischerweise mit dem Aufkeimen der deutschen Demokratie. Der Staat Israel wurde in den letzten 50 Jahren quasi zur Bestätigung des Judentums mit seinen Wurzeln, zumindest aus deutscher Sicht. Ein Ja zu Israel wurde zum Ja zum Judentum. Daher wurde der deutsche Umkehrschluß (Kritik an Israel, Kritik am Judentum) quasi zum Automatismus. Dieser fatale Umkehrschluß läßt Israel zu einem Stereotyp verkommen. Sagt ein Deutscher ein Mal das Wort „Israel“, so hat er vorher drei Mal das „Juden“ gedacht. Und so verschwimmen die Begriffe im Geiste zu „Judenisrael“ und „Israeljuden“.

Wie also kann ein kritischer Deutscher die Verfehlungen des Staates Israel aufzeigen, ohne als Antisemit darzustehen?Wie kann sich ein deutscher Pazifist gegenüber dem kriegerischen Israel äußern, wo beginnt das Vorgehen eines Menschenrechtlers gegen den Teil des israelischen Staates, der Menschenrechte mißachtet?

Judenwitze

Judenwitze sind heikel, daher so unbeliebt bei der politisch korrekten Kaste der sich Intellektualisierenden Deutschlands. Judenwitze waren und sind am häufigsten die Kennzeichen für Hass, Diskriminierung oder gar Verfolgung, welche den Antisemitismus so ausmachen. Es gibt ungefähr so wenige Juden in Deutschland, wie es Buddhisten gibt, daher kann man beinahe sicher sein, dass ein Judenwitz antisemitisch gemeint ist.
Das muß er aber nicht per se sein, denn es gibt in Deutschland eine sehr ausgeprägte Kultur von Witzen gegen Christen sowie christliche Stereotype.
Meine persönlichen Favoriten sind die Comicbücher „Es ist ein Arschloch, Maria“ und „Du bist ein Arschloch, mein Sohn.“, in denen der christliche Heiland als nichtsnutziges Arschloch, Maria als herumvögelnde Hure und Josef als nichts peilender, betrogener Ehemann darsteht. Härtester Tobak, also. Ähnliches gilt für die Witze und Comics zum Thema Kindesmißbrauch und katholische Kirche.
Niemand würde hier von einem „antichristlichen“ Hintergrund ausgehen, denn meist sind die Witzeerzähler selbst Christen, oder kennen das christliche Umfeld.

Ich bin sicher: Judenwitze können lustig sein, ohne zu diskriminieren. Allerdings erwarte ich wirklich lustige Judenwitze eher von einem Juden, als von einem Mitglied dieser jüdischen Sekte. Die besten Judenwitze habe ich persönlich übrigens bei den SIMPSONS im Vorabendprogramm von Pro Sieben gesehen.

Das „no critics“ Dogma

Die einfachste Art und Weise sicherzustellen, dass über ein Thema nichts Falsches gesagt wird ist, es einfach auszuklammern. Wer über einen Juden nicht negativ reden darf, ohne als Antisemit darzustehen, wird es schlicht und ergreifend nicht mehr tun. Der Vorteil dieses Dogmas liegt auf der Hand: man vermeidet ein Aufkeimen von Antisemitismus in der Gesellschaft, da bereits normale Kritik ein heißes Eisen ist. Je größer die Durchdringung dieses unbewußten Dogmas, desto besser. Auch an vermeintlich aufgeklärten Geistern macht dieses Dogma nicht Halt: jeder Text über Israel, wird mit unter dem Filter dieses Dogmas geschrieben und gelesen. Auf dass nur kein Hauch von Antisemitismus darin bleiben möge. Im Gehirn macht sich auf diese Art und Weise ein „Achtung, Juden!“ Effekt breit, der uns daran hindert, Juden als völlig normale Menschen zu sehen, so lange wir sie nicht persönlich kennen. Juden sind eben ähh… Juden.

Entkommen aus der Sackgasse

Wann also wird man einem Pazifisten abnehmen, dass er Israel nicht aus antesimitischen Gefühlen heraus kritisiert?
Was muß der Menschenrechtler tun, um glaubhaft zu machen, es ginge ihm tatsächlich um Menschenrechte, und nicht um die Diskreditierung von Juden?

Im Moment ist es so, dass ein Pazifist ein T-Shirt mit Peace-Zeichen und eine PACE-Regenbogenflagge hinter sich benötigt, um in der Hinsicht ernst genommen zu werden. Und der Menschenrechtler braucht am Besten einen dicken Bart und einen Button von amnesty international mit Brief und Siegel. Denn diese bildlichen Stereotype sind derzeit noch stärker, als Jenes, dass jegliche Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichzusetzen ist.

Konkret wird man aus dieser Sackgasse nur herauskommen, wenn man das „no critics“ Dogma bekämpft, und sich Deutschland auch auf höherer Ebene, z.B. durch die Regierung, traut konstruktive Kritik am Staate Israel zu äußern. Letztendlich ist ein besserer Freund derjenige, der einem in den Arm fällt, wenn man einen Fehler zu begehen versucht.
Die Israelis werden es uns danken, denn besonders die kritischeren israelischen Bürger wünschen sich schon lange mehr Rückhalt auch aus Deutschland, wenn es um Israels Fehler geht.

P.S.: Dieser Artikel enthält 26 Mal das Wort „Jude“, „Juden“, etc.
Mit bitte um Bewertung auf der Antisemitismus-Skala: 10 Punkte = absolut antisemitisch; 1 Punkt = nicht antisemitisch

Weises & Wahres 25.09.05


Wir müssen also das Positive im Leiden erkennen: Jeder Verkehrstote zum Beispiel, ist doch ein Held! Ein Märtyrer unserer Mobilität. Für uns alle ans Autobahnkreuz genagelt.

Dieter Nuhr, „Nuhr am nörgeln“ (1995)

Das ist gar nicht so blöde. Nur, was sind dann die Terrortoten?
Ich sehe das so: die Terrortoten (von denen es sehr viel weniger als Verkehrstote gibt) sind in dem Sinne Märtyrer unserer Freiheit. Die sterben dafür, dass Jeder die Freiheit hat, das zu tun, was er will. Und sei es einen Jet in ein Hochhaus zu steuern, oder mit nem leeren Rucksack und einem „Für Allah“ Geschrei für leere Sitzplätze zu sorgen.

Dekadenentscheidungen

Manche Entscheidungen sind einfach wichtig. Vor Allem, wenn sie langfristig sind. Heute habe ich eine Entscheidung getroffen, die ich viel zu lange vor mir hergeschoben habe. Man sollte sowas nicht unterschätzen. Rein zeitlich gesehen betrifft diese Entscheidung sage und schreibe ein Viertel, idealerweise sogar ein Drittel meiner Zeit der nächsten 10 Jahre. Eine echte „Dekadenentscheidung“, also. Eine die mich ganz persönlich betrifft, meine Gesundheit, die mir unter Umständen sogar den Aufstieg in neue, höhere Sphären unbewußter, geistiger Tätigkeit ermöglicht.

Gemeint war die unendlich wichtige Tätigkeit des Matratzenkaufs.
Also habe ich mir meine Ex-Freundin und Ex-Mitbewohnerin eingepackt, und bin zum ganz in der Nähe sitzenden Matratzenhändler gegangen. Nach kurzer Beratung, was ich denn brauchen würde, ging es dann zum Probeliegen. Als ich die Matratze meiner Wahl ausprobierte, sprach er mir schnell darauf an, ob ich denn „Rückenprobleme“ hätte. Sieht man sowas so deutlich? Ja, immer schon, schon als Fötus. Nix dramatisches, aber sowas gibts.
Die Entscheidung war dann ziemlich schnell klar: ich kriege eine Latexmatratze, dessen „Spezialfeature“ es ist, dass sie auf der Rückseite ein größeres Gewicht aushält.

Ich habe dem Verkäufer gezielt eindeutig dezent klarzumachen versucht, dass die Matratze „ausschließlich für mich“ sei, gerafft hat ers glaube ich definitiv nicht. Worüber sich meine Begleitung nachträglich aufregte:

Boar, der glaub jetzt, wir würden jetzt miteinander ins Bett gehen.

Es sei ja meine Aufgabe gewesen das klarzustellen, so ihre Meinung. Nee, alles klar. So hinterlassen über 100 Jahre Emanzipation ihre Spuren. 😀

However – Anzahlung ist geleistet, die Matratze und Lattenrost kommen in 3 Wochen, bis dahin warte ich gespannt. Einen lila Schein + X wirds kosten, aber das isses wert.
Ach ja: ich freue mich über mein Geschenk:

blogcritics

Man befragt seine ICQ Contacts über das eigene blog, heute das hier:

noja… dürft ned mein Geschmack sein. Mir sind da neokonservative Bloggs lieber: mehr Hetze gegen Araber, Linke und Franzosen… oh, pardon: Aufklärung natürlich ,-)

Wie kommt dieser Wichser eigentlich in meine ICQ-Liste?

Mit SPIEGEL ONLINE kann mans ja machen

Ja, was haben wir alle über SPON gelacht, als sie über das Märchen vom Disclaimer berichtet haben. Dass diese Standard-Disclaimer keine Wirkung haben, ist auch hinlänglich bekannt, inzwischen sind sie auch immer weniger anzutreffen.
Mit einer Ausnahme natürlich: dort, wo sie ein anheimelnd gutes Gefühl vermitteln sollen, um den Besucher in Sicherheit zu wiegen. Er tut ja etwas „verbotenes“.

Dass sie juristisch keine Wirkung haben, ist also geklärt. Danke.

Wenig überraschend ist es, dass an dieser Stelle jetzt ein blogger mit einer vermeintlichen Pointe daher kommt, nutzt der SPIEGEL doch selbst eine Art „Disclaimer“.

SPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Haha, was haben wir gelacht. Aber die vermeintliche Pointe – Achtung – ist gar keine. Wenn Spon den Disclaimer nicht für Juristen einstellt, für wen dann? Wer weiterdenkt kann zu zwei Schlußfolgerungen kommen.

1. Spon ist doof. Ich lache, trage das weiter und die blogosphere lacht.

2. Spon ist gar nicht so doof. Es gibt neben Juristen, die die Seite besuchen, auch noch Menschen, die die Seite besuchen. Und unter den Menschen gibt es sie – die Noobs. Die Leute, denen erst klar gemacht werden muß, dass SPIEGEL.de nix mit den Seiten hinter den Links zu tun hat, und auch nicht die richtige Anlaufstelle für böse Beschwerdemails ist, wenn z.B. im Heise.de Forum Müll erzählt wird.

Juristisch hat das keinerlei Bedeutung. Aber es ist die für den Internetbenutzer gesteckte Fahne:
„Hier endet unser Territorium.“

Äußerst unspektakulär.
Aber hauptsache, man hat man wieder über Spon gelästert.
Nicht, dass ich das nicht verstehen würde. Feindbilder wollen gut gepflegt sein.

[via Der Netzwelt-Spiegel]

Der süße Duft des Kapitalismus – wie ein blogger seine Unschuld verlor

Kritisch ist er so häufig, informativ sind seine Beiträge fast immer. Für mich eine der integersten Personen in der blogosphere. Bisher wenigstens. Denn was ich jetzt über ihn gelesen habe, da geht mir die Hutschnur hoch.

Wenn ein Blogger von BMW zur IAA eingeladen wird, und rein „zufällig“ in einem späteren Artikel 14 Mal das Wort BMW erwähnt (ich zähle sogar 15 mit Überschrift und 16 mit URL), dann hat das selbstverständlich nichts miteinander zu tun.
So sieht als der bloggende antikapitalistische Widerstand aus? Nicht mit mir.

Ich war dabei, als Moe seine Seele an BMW verkauft hat. Er hat mit Blut unterschrieben.
Scheiß Kapitalistenmade, verrecke!

WENN du schon für BMW werben musst, Moe, dann bitte auch mit dem obigen Logo.
Mit einer eigenen Kategorie „BMW“, und mit einem schönen BMW-Flashgame am rechten Rand. Okay?

P.S.: dieser Blogeintrag hat nur gute Eigenschaften. Die Leute, die sich über Moe empören, finden ihn toll, und Moe hält das alles für einen tollen Spaß und lacht.

Stimmungslage bei dol2day

Zur aktuellen Stimmung bei dol2day habe ich vor Kurzem eine Umfrage gestellt:

Das Ergebnis: von 10 möglichen Punkten erteilten die Doler der Community im Schnitt 5,7 Punkte, Mittelmaß also. In Schulnoten ausgedrückt wäre das eine 3+.
11 der Befragten 122 gaben die maximale Punktzahl 10 von 10 Punkten, 8 Abstimmungsteilnehmer gaben die schlechteste Bewertung, einen Punkt.


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Oh Zeit, oh Zeit, was tust du mir an?

ZEIT ist einfach mal wieder zu gut. Ich habe gerade mal wieder meine bloglines-Liste der heute neuen ZEIT-Artikel durchgeschaut, und folgende Liste ist mir nach dem aussieben geblieben:

Bundestagswahl: Viele Farben, keine Wahl
Interview: ?Auf Schröder kann niemand verzichten?
Deutschland: Erobert die Demokratie zurück!
Mr. Zeitgeist:?Nennen Sie mich einen Chauvinisten?
Wahl paradox
Nach Der Wahl: Einfacher, als es scheint
Was will das Volk?
Der Wähler, dieser Lümmel
Ein durchaus rätselhaftes Volk
Wie Weimar?
Gedanken eines Neuwählers
Volksgesundheit: Lauter unerhörte Kampagnen
Philosophie: Mehr Licht im Labor! (Vom Dalai Lama)

*uff*, da habe ich noch so einiges vor mir. Zum Glück fängt ab morgen Abend mein Urlaub an. Dann komme ich endlich mal wieder dazu, diesem überdurchschnittlich hintergründen Blatt die Aufmerksam zu widmen, die es verdient.
Mama schafft das jede Woche, das sollte mir doch auch mal gelingen.

Buddhistische Mönche und brutale Killerspiele am Computer

Computerspiele, Ballerspiele noch dazu, haben schlechten Einfluß auf Diejenigen, die sie spielen. So sagt man zumindest. Doch war heute bei uns im Shop zu sehen war, sah ganz anders aus.
Wir durften einige buddhistische Mönche als Kunden bei uns begrüßen, und während sie auf ihre Hardware warteten, schauten sie sich unsere angeschlossenen Komplett-PCs an, auf denen z.B. kleine Spiele oder Benchmarks installiert sind.

Natürlich sind alle öffentlich laufenden Games jugendfrei, wenn auch brutal. Und so konnte man heute bei uns beobachten, wie drei buddhistische Mönche (in ihren tollen Gewändern) vor einem der Rechner standen, und mit Mausklicks kleine, unschuldige Moorhühner umbrachten.

Ziel eines Buddhisten ist es, sich durch ethisches Verhalten und die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit vom ewigen Kreislauf des Leidens (Samsara) zu befreien und in den erleuchteten Zustand des Nirvanas einzutreten.

(wikipedia: Buddhismus)

Also ein Mitgefühl für Counterstrike-Spieler haben sie jetzt sicher entwickelt. Auf jeden Fall mehr als vorher. 🙂
Und Moorhuhn hat schon irgendwo was buddhistisches an sich. Erstens kommen die Hühner immer wieder, und zweitens fängt das Spiel immer wieder von Neuem an.

Game-Download des Tages

Seit gestern ist die erste Demo von Serious Sam II erhältlich.
Für mich heißt das erstmal: Hallo, hirnloses Geballere. Ich kann mich noch gut an den Spaß erinnern, den ich bei Serious Sam mit den gnadenlosen Killorgien hatte. Und das ist kein Witz: der Hersteller hat einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde beantragt, mit dem Spiel in dem mit Abstand die meisten Monster gekillt werden.

[via Take 2 Games]

Was ist bloggen für mich?

Klar habe ich auch diesen tollen Telepolis-Artikel gelesen, ist wohl Pflicht, wenn man blogger ist. Ein paar Superblogger wie wirres.net (mit dem ich quasi nix anfangen kann) werden da in die Höhe gehoben, und bei dem Gedanken daran, dass es ca. 250.000 deutsche blogs geben soll, komme ich mir klein und verlassen vor.

Natürlich werde ich nie solche Zugriffszahlen erreichen, wie so manche Andere.

Gut, ich bin kein Journalist, nicht mal Student. Also bleibe ich wohl ein Hobbyblogger. Macht aber nix. Ich bin mehrheitlich ein Leser, was das bloggen angeht. Blogging macht mir Spaß, wenn ich blogs wie von oder Kraven lese. Dann komme ich mir heimisch und in Gesellschaft vor. Da macht es dann auch nichts, dass noch nichtmal meine Pings alle richtig funktionieren, oder dass ich kein so tolles Design habe wie andere Leute.

Dieses bloggen zum Schwanzvergleich war nie meine Sache, und wird es auch nie. Höher, schneller, weiter – das ist nichts für mich. Ich mag normalerweise auch keine Spiele, bei dem irgendeiner „verlieren“ kann. Ich spiele dieses Leben wohl lieber, um „mich selbst und den Rest der Menschheit zu verbessern“. In dem Punkt bin ich wohl ziemlich „un“menschlich. Klar hat mich längst das Wissen erreicht, dass wir dem Paradies ein gutes Stück näher wären, wenn mehr Leute so wären wie ich. Das muß ich unbescheiden sagen 😉

Aber an der Stelle bleib ich Realist.

Gießener Repressionen

Mö, der Gießener ohne oe-Umlauttaste, berichtet über neue Repressionen in der Gießener Innenstadt.
Der Gießener Anzeiger zieht natürlich voll mit:

Dennoch müsse die subjektive wie auch tatsächliche Sicherheit der Bürger gewährleistet werden. Diese liegt aber angesichts steigender Zahlen von Vandalismus, Schmierereien und Belästigungen durch Trinkgelage und Drogenkonsum offensichtlich im Argen.

Ach so. Ich wusste gar nicht, dass durch Schmierereien und öffentlichen Alkoholgenuß (alias Drogenkonsum) die Gießener akut in Leib und Leben bedroht sind. Aber okay. Man lernt ja bekanntlich nie aus.

Bislang haben wir im Seltersweg in Gießen lediglich Polizei, Zivilpolizei, Wachpolizei, freiwillige Polizei, Stadthelfer und einen privaten Wachdienst.

(Moe)
Vertrauen beruht immer auf Gegenseitigkeit, oder? Wie soll ich so einem hochgezüchteten Polizeiapparat noch Vertrauen, wenn sie mir nicht vertrauen?

[via Moe]

Strafzettel: Parkverbot im Stau

Man stelle sich folgende Situation vor: man fährt mit seinem Auto auf einer belebten Innenstadtstraße, und gerät plötzlich in einen Stau. Es geht nicht voran. Nicht weiter schlimm eigentlich, sowas läßt sich mit ein bisschen Geduld überstehen. Aber plötzlich kommt eine Politesse auf einen zu, und verteilt einen Strafzettel. Man dürfe hier nicht parken, sagt sie, und sie will auch nicht mit sich reden lassen. Die anderen Fahrer, die mit ihrem Wagen im selben „Parkverbot“ stehen, bekommen keinen Strafzettel, sie geht auf derartige Proteste auch gar nicht ein.

Sowas gibts nicht?
Im Straßenverkehr nicht, wohl aber bei dol2day.com:
Dort soll ich ein „Knöllchen“ wegen Spamming bekommen, weil der Server in einem der Foren meine Beiträge zunächst verschluckt hatte, und danach beinahe Dutzendfach ausspuckte. Wohl gemerkt, es ging mir nicht alleine so, es gibt dafür mindestens einen Zeugen, dem es exakt genau so ging. Allerdings bin ich der Einzige, der ein „Knöllchen“ erhalten soll. Das Problem bei dol2day ist wohl, dass mit solchen „Maßregelungen“ zuallererst ein Gremium aus ausgewählten Usern beschäftigt ist, weil dem Betreiber das über den Kopf wächst. Ich habe den Betreiber angeschrieben, mal sehen, was dabei rauskommt.

Weil Fragen ja viel interessanter sind als Fakten, jetzt noch die dazu passende Frage:
Erwarten die Betreiber tatsächlich, dass sich User an die aufgestellten Regeln halten, wenn sie solche Schikane über sich ergehen lassen müssen? Ehrlich?

Kleine, fliegende Spione – „Flatteraugen“

Kai Raven berichtet über den europäisch-amerikanischen Workshop zu Micro Aerial Vehicles (MAVs), deren Ziel es ist, möglichst unbeobachtete Überwachungsmissionen zu starten.

Die [Militär- und Sicherheitsbehörden] sehen für die Teilnehmer des Wettbewerbs vor, dass ein MAV höchstens 500 Gramm wiegen und eine maximale Länge bzw. Flügelspannweite von 50, besser 25 Zentimetern aufweisen darf. Die Flugdauer muss mindestens 10, besser 30 Minuten betragen, die Reichweite mindestens einen halben Kilometer.
Nebenbei winkt den Projekten, die beim Wettbewerb am besten abschneiden, Unterstützung in Form von Zuschüssen und Forschungsaufträgen in Höhe von 300000 US$.

In Zeiten, in denen Minikameras nur noch wenige Gramm wiegen, eine überraschenderweise durchaus lösbare Aufgabe. Einer der MAVs ist beispielsweise einem Insekt nachempfunden, das Gerüst besteht teilweise aus Holzstäbchen, die von Speiseeis übrig geblieben sind. Diesen Eindruck macht es zumindest.

Sollten diese Miniflieger erst einmal in industrielle Serienproduktion gehen, könnte sich die gesamte Überwachungskultur verändern. Bisher kennt man derartige Mini-Überwachungsflieger ja nur aus düsteren Science Fiction Filmen.

[via Kai Raven]

Ströbele hats geschafft!

Für mich als Grünen-Wähler und Ströbele-Fan eine der besten Nachrichten des gestrigen Wahlsonntags:
Christian Ströbele erreicht das Direktmandat des Wahlkreises 84 Berlin-Friedrichshain – Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte er sagenhafte 43,2 Prozent der Erststimmen, das ist sogar noch mehr als die zweitplatzierten Kandidaten von SPD und Linkspartei.PDS zusammen erzielen konnten.

So macht Demokratie richtig Spaß.
Danke, liebe Berliner. Glückwunsch, Hans-Christian!

[via Bundeswahlleiter]

P.S.: Ob mein „Erststimme Ströbele“ Plakat mit Unterschrift vom Künstler Seyfried jetzt wohl an Wert gewinnt? Also für mich auf jeden Fall schon.

Fulda: CDU-Wahlhelfer bei Plakatzerstörungsaktion gefasst

In Fulda hat man zwei 39 und 22 Jahre alte CDU-Wahlhelfer bei einer Plakatzerstörungsaktion erwischt.
Der Staatsschutz ermittelt.
Die Bezirksvorsitzende sagt zwar, sie „bedauert und missbilligt das eigenmächtige Verhalten zweier Wahlhelfer klar und deutlich“, aber ob die Mißbilligung so groß ist, und ob das Verhalten wirklich eigenmächtig war, darf stark bezweifelt werden. Denn die beiden Täter waren ausgerechnet im Wagen der CDU-Geschäftsstelle unterwegs.
Und dass von einer CDU-Geschäftsstelle organisierte kriminelle Machenschaften ausgehen, wäre auch nicht das erste Mal.

Schließlich ging es gegen den bösen Erzfeind Martin Hohmann, der zu dem Vorfall auch eine Presseerklärung veröffentlich hat.

Ein interessanter Punkt an der Sache ist, dass der 22-jährige Vorsitzende der dortigen Jungen Union offensichtlich ein Mitglied der Politik-Community dol2day ist. Dort nennt der kriminelle Undemokrat sich „Monsignore“ (Screenshot), und gibt sich dort als Hohmann-Hasser:

Als Vorsitzender der JUngen Union Stadtverband Fulda lehne ich die widerwärtigen und nachweislich antisemitischen Äußerungen des Fuldaer MdB Hohmann (ehemals CDU) in aller Deutlichkeit AB. Als Parteimitglied verwehre ich genauso wie als JU-Pressesprecher Hohmann die zukünftige Zusammenarbeit.
etc. etc.

Man muß schon tief sinken, um wegen Martin Hohmann Straftaten zu begehen.